@#rp11 re:aktiv! Niemand nutzt die Messe aus, um die dort geballte Aufmerksamkeit mit Unkonventionellem, Aufsehen erregendem auf sich zu ziehen. Auf sich und seine Leistungen. Alle halten sich an das Veranstaltungsformat: Möchtest du ein Podium? Dann melde eins an! (Du bekommst auch eins.) Provokationen lassen vergebens auf sich warten. Viele Teilnehmerinnen möchten angesprochen werden und haben auf ihr Namensschild ihren Twitternamen dazugeschrieben. Produktion auf Halde. Warten auf Anerkennung. Ich finde es cool und bezeichnend, dass Herr Lobo als fremdernannter Hahn im Korb der Szene wenigstens eine Provokation vorspielt. Ich kenne mich in den Bloglandschaften nicht aus. Ich sehe es ähnlich wie Stefan:
“Die Zusammenfassung zusammengefasst könnte lauten: ,Schafft endlich die den Produktionsmitteln adäquaten Produktionsverhältnisse, damit wir auch mal an die Fettnäpfe kommen!’ (…) Der allgemeine Netzzugang ist eben nur theoretisch eine politische Forderung, praktisch ist er vor allem eines: die Ermöglichung von Business.”
Damit sind die historisch-materialistisch orientierten Aspekte seiner Beobachtungen herausgepickt. Aufschlussreich. Dann frag ich, warum dann nicht die größeren Player des Internets auf der re:publica mitfordern. Hier kommt die kulturelle Seite der offline-Plattform in den Blick. Es ist keine Show der Gewinnerinnen und der Höchstleistungen. Die Besitzerinnen des Netzes treffen die Politikerinnen auf anderen Kanälen. Solchen Strukturen wären Blogs auch kein Medium. Blogs sind Anhängsel (oder der Wille, einer zu sein, Ausnahmen bestätigen die Regel) Anhängsel der formellen Medien. Erfolgreiche Blogs können in potentere Kommunikationsplattformen umgewandelt werden. In eine Buchveröffentlichung etwa. Dass in einer Republik wie unserer, in der es zur Zeit keine mächtigen Oppositionsbewegungen gibt, wenig Möglichkeiten bestehen, das Blogging als Anhängsel politischer Willensbildung in wirksam zu betreiben, verunmöglicht, einen prodemokratischen Aktivismus-Nimbus zu pflegen.